BVR: Deutsche Wirtschaft wächst 2007 mit 2,8 Prozent
Wachstumsprognose vom 24.05.2007 - Die deutsche Wirtschaft bleibt auch 2007 auf einem
stabilen Expansionskurs. Das Wachstum wird sich in den nächsten Monaten mit
beachtlichem Tempo fortsetzen, stellt der Bundesverband der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem jüngsten Konjunkturbericht
fest. Die Industriekonjunktur laufe, angetrieben von einer kräftigen
Investitionstätigkeit und einer weiterhin starken Auslandsnachfrage, auf
hohen Touren. Die Bauwirtschaft habe ihre langjährige Krise offensichtlich
überwunden. Die Beschäftigung steige spürbar, so dass sich der Konsum im
Laufe des Jahres von dem Schock der Mehrwertsteuererhöhung erholen werde.
Im Jahresdurchschnitt rechnet der BVR für 2007 mit einem Wachstum des
realen Bruttoinlandsprodukts von 2,8 Prozent.
Der Außenhandel bleibe 2007 eine wesentliche Triebkraft für die Konjunktur.
Die Weltwirtschaft werde wie in den vergangenen Jahren – bei überschaubaren
Risiken – in der Größenordnung von 5 Prozent wachsen. Hiervon profitiere
die deutsche Industrie weiterhin. Insgesamt werden die Exporte nach
Schätzungen des BVR 2007 mit rund 9 Prozent nur wenig langsamer wachsen als
im vergangenen Jahr. Bei einem Wachstum der Importe von rund 8 Prozent
bedeutet dies, dass die Außenwirtschaft 0,9 Prozentpunkte zum erwarteten
Wachstum beitragen werde.
Der Investitionszyklus bleibe auch in diesem Jahr intakt. Der aufgelaufene
Modernisierungsbedarf und die starke Kapazitätsauslastung führten erneut zu
einem kräftigen Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen, zumal die Absatz- und
Gewinnerwartungen der Unternehmen weiterhin günstig blieben. Gleiches gilt
auch für die Finanzierungsbedingungen. Die Ausrüstungsinvestitionen werden,
so der BVR, mit 7,5 Prozent in einer ähnlichen Größenordnung wie im
vergangenen Jahr wachsen. Die Bauinvestitionen würden, nachdem sie
jahrelang das Wachstum gebremst hätten, nach 2006 auch im Jahr 2007 zum
gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen. Die Zunahme der Bauinvestitionen
um rund 3 Prozent werde vom Wirtschaftsbau und vom öffentlichen Bau
getragen, während es im Wohnungsbau allenfalls zu einer Stagnation komme.
Zusammen mit den sonstigen Anlagen werden die Bruttoanlageinvestitionen
insgesamt in diesem Jahr einen Prozentpunkt zum gesamtwirtschaftlichen
Wachstum beitragen, erwartet der BVR.
Der private Verbrauch bleibe nach wie vor ein Unsicherheitsfaktor. Der BVR
geht jedoch davon aus, dass die insgesamt robuste Konjunktur sowie die
anhaltend positive Beschäftigungsentwicklung und die damit einhergehende
Verbesserung der Einkommensperspektiven dem privaten Konsum im Verlauf des
Jahres spürbaren Auftrieb verleihen werden. Das verfügbare Einkommen der
privaten Haushalte werde in diesem Jahr um gut 2,5 Prozent steigen. Bei
einer unveränderten Sparquote von rund 10,5 Prozent und einem Anstieg der
Verbraucherpreise um 1,6 Prozent, ergibt sich – so der BVR – ein Anstieg
des realen privaten Verbrauchs von rund 1 Prozent. Zusammen mit dem
staatlichen Verbrauch steuert der Konsum insgesamt damit 0,9 Prozentpunkte
zum diesjährigen Wachstum bei. Vom Gesamtwachstum in Höhe von 2,8 Prozent
entfielen somit 1,9 Prozentpunkte auf die inländische Verwendung und 0,9
Prozentpunkte auf den Außenbeitrag.
Am Arbeitsmarkt stehen, so der BVR, die Signale weiterhin auf Erholung. Die
Zahl der Erwerbstätigen werde gegenüber 2006 voraussichtlich um rund
500.000 Personen zunehmen. Im Gegenzug sinke die Zahl der Arbeitslosen im
Jahresdurchschnitt 2007 auf rund 3,85 Millionen Personen.
Info www.bvr.de