Existenziell bei der Unternehmensgründung:
Zahlungen für erbrachte Leistungen müssen zeitnah fließen!
'Zur Gründung eines Unternehmens braucht man nicht mehr als ein Telefon, eine Schreibmaschine und einen Schreibtisch', so die pragmatische Einschätzung des Kapitalbedarfs zur Unternehmensgründung durch Jakob von Uexkuell, dem Initiator des Weltzukunftsrates.
Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Schließlich decken Kredite zur Unternehmensfinanzierung nicht nur die Geschäftsausstattung, die – je nach Geschäftsmodell – durchaus mit den beschriebenen Gegenständen auskommt.
Entscheidend sind die laufenden Kosten. Dazu gehören neben regelmäßigen Betriebsausgaben , wie Miete, Personal- oder Zinskosten, vor allem die für Aufträge Vorzufinanzierenden Beträge für Waren- und Materialeinsatz. Die Höhe des finanzierten Kapitalbedarfs ist also direkt abhängig von der Frage, wann tatsächlich Zahlungseingänge verzeichnet werden können.
Gerade bei Unternehmensneugründungen entscheidet die Periode zwischen Auftragsannahme und rechtzeitiger Bezahlung über finanzielles Sein oder Nichtsein. Und hier fangen oft die Probleme an:
Die Auftragsbücher sind mittlerweile gut gefüllt, zahlreiche Kunden wurden bereits mit Lieferungen oder Leistungen versorgt. Auslagen zur Erfüllung der ersten Verträge wurden über den Gründungskredit abgefangen. Aber jetzt lassen sich einzelne Kunden viel Zeit mit dem Begleichen der Rechnung, und Lieferanten für die nächsten anstehenden Aufträge können nicht mehr bezahlt werden. Die im Kredit beinhalteten Mittel für den Start des laufenden Geschäftsbetriebs sind aufgebraucht. Es droht bereits nach kurzer Zeit die eigene Insolvenz. In der Anfangsphase ist ein neu gegründetes Unternehmen besonders anfällig, denn hier stehen in der Regel kaum Rücklagen zur Verfügung. Dazu kommt, dass die wenigsten Banken bereit sind, schon nach kurzer Geschäftstätigkeit einmal vereinbarte Kreditlinien auszuweiten und damit dem Unternehmer einen weiteren finanziellen Spielraum zu gewähren. Es ist daher elementar, dass Zahlungen für erbrachte Leistungen fließen – und zwar zeitnah.
Optimales Informations- und Forderungsmanagement heißt hier die Devise. Dies beginnt bei der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit potenzieller Neukunden mit Hilfe einer Bonitätsprüfung. Dadurch lassen sich spätere Komplettausfälle von Forderungen wirksam vermeiden. Wenn Zahlungsziele nicht eingehalten werden, heißt es handeln und nicht abwarten! Natürlich ist hierbei Sensibilität geboten, denn eine unglücklich formulierte Zahlungsaufforderung ist schlecht für künftige Geschäfte. Einen kurzen Anruf oder ein freundlich aber bestimmt formuliertes Fax nimmt einem aber normalerweise kein Geschäftspartner übel. Schließlich steht dieser oftmals vor denselben Problemen. Folgt jedoch auch auf die Zahlungserinnerung kein Ausgleich der offenen Beträge, ist es höchste Zeit, dem säumigen Zahler klar zu machen, dass man es ernst meint. Die Beauftragung eines Inkassounternehmens genügt oft schon, um den Schuldner zur Zahlung zu veranlassen. Und wenn dieser sich weiterhin weigert, die Rechnung zu begleichen, sorgt der Inkassodienstleister dafür, dass die Ansprüche auch vor Gericht durchgesetzt werden.
Für ein wirkungsvolles Informations- und Forderungsmanagement sind bei der Unternehmensgründung noch nicht einmal Investitionen einzuplanen. Bonitätsprüfungen und Forderungsabgaben an ein Inkassobüro kann man ganz einfach über das Internet abwickeln. Hier gibt es mittlerweile einige Anbieter am Markt, die sich allerdings von den Konditionsmodellen her grundlegend unterscheiden. So verlangen einige relativ hohe Mitgliedsbeiträge oder Grundgebühren, ohne dafür irgendwelche Leistungen zu erbringen. Es gibt aber auch Dienstleister, die nur dann etwas berechnen, wenn auch tatsächlich eine Bonitätsprüfung oder ein Inkassoverfahren beauftragt wurde. Ein im Vorfeld durchdachtes Konzept zum Umgang mit Forderungen wirkt übrigens auch bei der Suche nach einem Kreditgeber überzeugend. Schließlich liegt es auch in seinem Interesse, dass die Zahlungen fließen – und zwar zeitnah.
Weitere Informationen zum Thema Forderungsmanagement gibt's u.a. bei den Experten von
SAF