Donnerstag, 18. Oktober 2007
Die Region Hildesheim steht an der Spitze des bundesweit ersten Gründerrankings für Existengründungen, das vom Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover erstellt wurde. Auf den zweiten Platz kommt Hamburg, gefolgt von der Region Bodensee.
Die bisher detaillierteste Regionalstudie zu Unternehmensgründungen vergleicht 97 Regionen in Deutschland an Hand ihrer Gründungsaktivitäten.
Sie wurde von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Auftrag gegeben und wurde zusammen mit dem Unternehmermagazin 'impulse' am Mittwoch
in Berlin vorgestellt.
'Überraschungssieger Hildesheim profitiert von seiner effizienten Gründerförderung', lobt, INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer die vorbildliche Wirtschaftsförderung vor Ort. Die Gründer erhalten ein optimales Beratungs-
und Betreuungskonzept und werden von einem Lotsen bei allen erforderlichen Behördenwegen unterstützt. 'Hier kooperieren Banken, Ämter und Kammern so eng wie nirgendwo sonst in Deutschland. Diese Förderung aus einem Guss
sollte in ganz Deutschland Schule machen', fordert Höfer.
Gründungsranking für 97 deutsche Regionen
Das Gründungsranking für 97 deutsche Regionen setzt sich aus folgenden Einzelindikatoren zusammen: Die Anzahl der Neugründungen wird gemessen am Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die entweder eine Gründung planen oder in
den letzten dreieinhalb Jahren bereits gegründet haben. Die
Gründungsqualität orientiert sich an der Motivation und misst den Anteil der Gründungen, die wegen der Nutzung einer Marktchance entstanden sind (und nicht aus einer wirtschaftlichen Notlage). Bei der Gründungsdynamik werden
alle jungen Gründungen in Relation zu den bereits etablierten Unternehmen in der Region gesetzt. Zusammen ergibt das ein differenziertes Bild über die
Gründungsaktivitäten jeder Region.
Große Unterschiede in den Regionen
Die Unterschiede in der regionalen Gründeraktivität sind beträchtlich. Während Sieger Hildesheim 8,8 Neugründer pro 100 Erwachsene verzeichnet, sind es beim Schlusslicht, der Altmark (Sachsen-Anhalt), nur 0,4. Groß sind
auch die regionalen Unterschiede in der Gründerdynamik: So überragen die Regionen mit der stärksten Gründerdynamik jene Regionen mit der schwächsten um das Dreifache. Licht und Schatten liegen eng beieinander: Neben der
gründungsintensiven Region Augsburg (Platz 6) liegt das Bayernschlusslicht, die Region Donau-Iller (Platz 93). Die Ursachen sind nicht verallgemeinerbar
und von Region zu Region verschieden. 'Es gibt keinen allgemeingültigen Königsweg. Jede Region muss ihre spezifischen Stärken und Besonderheiten
entwickeln', sagt Prof. Rolf Sternberg, Wirtschaftsgeograf an der Universität Hannover und Leiter der Studie.
Starkes West-Ost-Gefälle
Auf Bundeslandebene zeigt sich ein West-Ost-Gefälle, das auf die unterschiedlichen Gründungsmotive und -einstellungen zurückzuführen ist. Demnach sind die Ostdeutschen pessimistischer bei der Bewertung ihres regionalen Gründungsumfeldes, würden häufiger aus Angst vor dem Scheitern eine Gründung unterlassen und haben tendenziell weniger Zutrauen in die eigenen Gründungsfähigkeiten als die Westdeutschen. Hessen, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen führen die gründerfreundlichen
Bundesländer an, danach folgen Rheinland-Pfalz, Brandenburg,
Baden-Württemberg, Saarland und Schleswig-Holstein. Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern bilden die Schlussgruppe - die
Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen wurden gesondert bewertet.
'Um in Deutschland wieder ein besseres Klima für mehr Gründungen zu schaffen, muss die Politik langfristig in Bildung und Forschung investieren und vorbildliche Rahmenbedingungen für Gründer ermöglichen', resümiert
Höfer. 'Im Osten Deutschlands sollte man sich auf die Förderung von Wachstumskernen konzentrieren, damit sich möglichst viele Start-ups bilden und noch stärker in der Region verankern können.'
Alle Ergebnisse der Studie sowie das komplette Gründerranking aller untersuchter 97 Regionen finden Sie unter link
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