Montag, 03. September 2007
Lediglich jede fünfte Hightech-Gründung verfügt über Patentrechte oder plant, solche anzumelden.
Die Wahrscheinlichkeit der Patentnutzung erweist sich als signifikant größer für Unternehmen, die
zum Verarbeitenden Gewerbe gehören und kontinuierlich eigene Forschung und Entwicklung
betreiben. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie des IfM Bonn, die sich mit den Auswirkungen
von Patenten auf Gründungen in technologieorientierten Branchen befasst. Für die Studie wurden
rund 700 technologieorientierte Gründungsunternehmen aus den Branchen Verarbeitendes
Gewerbe und Dienstleistungen befragt. Unternehmen, die keinen Patentschutz anmelden,
begründen dies häufig mit der schnellen Technologieentwicklung oder der Komplexität der
verwendeten Technologie. Die Anpassung an die hohe Innovationsgeschwindigkeit durch
kontinuierliche Verbesserung der Produkte/Verfahren scheint als Sicherungsstrategie Erfolg
versprechender als eine vergleichsweise langwierige Patentierung. Aber auch äußere Faktoren,
wie der Aufwand und die Kosten der Patentanmeldung und Aufrechterhaltung von Patenten sowie
deren Durchsetzung, stellen für die jungen Unternehmen etwa gleich häufig einen Grund für die
Nicht-Patentierung dar. Für jedes fünfte Unternehmen spielen Patente dagegen eine durchaus
herausgehobene Rolle: Der Nutzen von Patentrechten liegt nach Einschätzung dieser Gründer
insbesondere im Schutz vor Imitation. Als mindestens gleichrangig wird die imagebedingte
Steigerung des Unternehmenswertes durch Patente geschätzt. Patentrechte erleichtern häufig
auch den Zugang zu Wagnis- und Fremdkapitalgebern. Konditionsverbessernd wirken sie sich
aber eher selten aus. Hightech-Unternehmen, die zum Gründungszeitpunkt über eine
maßgebliche Erfindung/Innovation verfügten, messen dem Patentschutz eine wichtige
Bedeutung für den Erfolg der eigenen Unternehmensgründung bei. Die Analyse der
Beschäftigtenentwicklung bestätigt diese Einschätzung: Innovationsbasierte Gründungen
mit Patenten wachsen schneller als solche ohne Patente.
Fazit: Die Patentbeteiligung junger technologieorientierter Unternehmen erweist sich als eher
gering. Offensichtlich greift die Mehrheit der Hightech-Gründungen zum Schutz der Innovation
auf andere Instrumente wie Geheimhaltung oder Pioniervorsprung zurück. Das existierende
Patentsystem ist aber für eine kleine Gruppe innovativer Hightech-Gründer von großer Bedeutung.
Mehr Informationen zur Studie 'Der Einfluss von Patenten auf Gründungen in technologieorientierten Branchen - eine theoretische und empirische Analyse'
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