Freitag, 24.August 2007
Das Hamburger Projekt Karostar hilft Plattenlabels, Musikern, Agenten und Filmemachern bei der Existenzgründung. Das Konzept der kleinen Einheiten und Geschäftsideen als Konter gegen Branchenkrise und den Wegzug des Musikmultis Universal trägt Früchte: Hamburg ist ein Hotspot der deutschen Musikwirtschaft.
Mitten im schnellebigen Hamburger Szenekiez St. Pauli stehen sie sich gegenüber: die alte, rundum sanierte Rinderschlachthalle und der klinkerrote Büroneubau Karostar. Prachtvoll das Design aus Tradition und Moderne, das Stadtplaner so sehr schätzen. Den Übergang weisen Holzbohlen als Riesenveranda, fast so groß wie ein Fußballfeld. Spätestens beim Blick auf die Tribüne am Ende des Platzes wird klar: Hier sind Hamburgs Bretter, die die Welt bedeuten. Hier spielt die Musik.
Musikmachen und Vermarkten, das ist im Karolinenviertel ein Duett der besonderen Art: Die beiden Häuser beherbergen junge Plattenlabels, Musiker, Verleger, Händler, Nachwuchs-Agenten und PR-Spezialisten sowie Filmemacher unter einem Dach. Hamburgs Konzept der kleinen Einheiten als Konter gegen Branchenkrise und den Wegzug des Musikmultis Universal vor fünf Jahren trägt Früchte: „Wir sind inzwischen der Hotspot der deutschen Musikwirtschaft“, sagt Kurt Reinken, Projektleiter bei der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg (Steg). Die GmbH bewirtschaftet der Karostar treuhänderisch. Die Idee dahinter: „Wir reagieren auf den Strukturwandel der Musikwirtschaft, indem wir Raum für kleine Einheiten und neue Geschäftsideen bieten“, sagt Reinke, der mehrmals am Tag die zwei Minuten von der Steg zum Karostar radelt. (HB)
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