Dienstag, 21.August 2007
So viele Frauen wie noch nie wollten im vergangenen Jahr ein eigenes Unternehmen aufbauen.
Insgesamt nutzten 144.326 Frauen die Hilfsangebote der Industrie- und Handelskammern (IHK) zur Existenzgründung – rund 1000 mehr als im Vorjahr und sogar 26 Prozent mehr als 2002, dem ersten Jahr der entsprechenden Erhebung (so Bild online).
Dabei geht der Trend zur Unternehmensgründung insgesamt zurück. Die IHK führten im vergangenen Jahr 376.609 Beratungsgespräche – drei Prozent weniger als 2005. Tatsächlich gegründet wurden 2006 laut Institut für Mittelstandsforschung 471 200 Unternehmen - etwa jedes dritte von Frauen.
Grund für den Frauen-Boom ist ein verändertes Selbstverständnis: Viele Frauen berichten den Kammern, dass sie mit der Gründung einer eigenen Firma unabhängig werden wollen und ihr Einkommen mit eigenen Ideen erwirtschaften wollen. Besonders gefragt sind Handel, Gastronomie und Medien. So wollen 85 Prozent der Starterinnen in der Dienstleistungsbranche eine Existenz aufbauen. Beispiele: Cafés, Kosmetikstudios, Übersetzerbüros.
Trotzdem: Frauen haben es laut einer IHK-Umfrage immer noch schwerer als Männer, ein Unternehmen zu gründen. Sie bekommen beispielsweise nicht so leicht Kredite. Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, sieht politischen Handlungsbedarf: „Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kinderbetreuungszeiten etwa, die schon am frühen Nachmittag enden, werden einer unternehmerischen Selbständigkeit nicht gerecht.“
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