30.07.07
Erfolgreiche Hightech-Gründer freuen sich über hohe Renditen. Sie sorgen für Wachstum und schaffen etwa viermal so viele Vollzeit-Jobs wie „normale“ Gründer. Doch wissensbasierte Start-ups sind nur eine Minderheit im Gründungsgeschehen. Der DIHK-Gründerreport 2007 geht den Ursachen dafür auf den Grund.
Hightech-Gründer in der Minderheit
2006 wollten gerade einmal 6 % der 68.000 Teilnehmer an IHK-Gründungsberatungen in Hightech-Branchen gründen. Am beliebtesten: Biotechnologie (15 % der 4.000 angehenden Hightech-Gründer), IT (11 %), Verkehrstechnologien, Hightech-orientierte Dienstleistungen, Gesundheit/Medizin (je 9 %).
Viel Startkapital, hohes Risiko, hohe Know-how-Anforderungen
Hightech-Projekte erfordern lange Vorlaufzeiten und hohen Kapitalbedarf für Forschung und Entwicklung. Zudem sind Marktentwicklungen für innovative Produkte oft nur schwer abschätzbar. Kapitalgeber legen daher viel Wert auf einen aussagekräftigen Business-Plan.
Insgesamt wollen 64 % aller, die sich von der IHK beraten lassen, aus Furcht vor Erwerbslosigkeit gründen. Kaum ein arbeitsloser Gründer bringt das notwendige Startkapital und die Risikobereitschaft für eine Hightech-Gründung mit. Aber auch die meisten unternehmerisch motivierten Existenzgründer bevorzugen eine Gründung mit wenig Startkapital und überschaubarem Risiko.
Oft stehen Know-how-Lücken einer Hightech-Gründung im Wege. Indizien aus dem DIHK-Gründerreport 2007: 49 % derjenigen, die einem IHK-Berater ihren Business-Plan vorlegen, haben starke Defizite in punkto betriebswirtschaftliche Planrechnungen. 46 % können nicht erklären, warum Kunden das Produkt der Konkurrenz vorziehen sollten.
Politik, Gesellschaft und Gründer müssen Hightech-Motor auf Touren bringen
Im Bildungssystem Nährboden für nachhaltiges Gründerklima schaffen. Ohne unternehmerisches Bewusstsein gelingt kaum ein Start in eine tragfähige Selbstständigkeit. Das Thema „Selbstständigkeit“ gehört durchgehend in die Lehrprogramme – von der Grundschule bis in die Universität.
Fachkräftemangel entgegenwirken. Gut ausgebildete Experten sind auch potenzielle Hightech-Gründer. Qualifizierte Mitarbeiter sind ihrerseits der Erfolgsfaktor für Hightech-Unternehmen. Mehr Bildung, mehr Zuwanderung und mehr Vereinbarkeit muss die Antwort der Politik sein.
Bei Steuerreform nachbessern, Beteiligungsfinanzierung erleichtern. Die ausgeweitete Kostenbesteuerung bei der Gewerbesteuer erschwert gerade Technologiegründungen mit ihren hohen Startinvestitionen: Selbst ohne Gewinn müssen Gründer mit zusätzlichen Zahlungen an den Staat rechnen. Die Hinzurechnungen bei Mieten, Pachten und Leasing-Raten müssen gesenkt werden - bei Immobilien auf max. 50 % (statt 75 %), bei mobilen Wirtschaftsgütern auf max. 15 % (20 %). Beim Private-Equity-Gesetz muss die leichtere Mobilisierung von Beteiligungskapital Leitlinie sein.
Know-how aneignen. Hightech-Gründer brauchen kaufmännisches Know-how, gute Branchenkenntnisse und unternehmerisches Fingerspitzengefühl. Oft bieten sich Teamgründungen mit kaufmännisch versierten Partnern an. Am 6. November 2007 informieren die IHKs zu Hightech-Gründungen mit dem bundesweiten Aktionstag „Meine Idee, mein Unternehmen, mein Erfolg – ich gründe ein Hightech-Unternehmen!“ – im Rahmen des IHK-Jahresthemas „Chance Unternehmen“.
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