20.12.06
Die bundeseigene KfW will mit niedrigeren Zinsen vom kommenden Jahr an den Einstieg in die Selbständigkeit erleichtern. „Gründungen schaffen Arbeitsplätze und Innovationen“, betonte die Vorstandssprecherin der KfW-Bankengruppe, Ingrid Matthäus-Maier. Für so genannte Mikro-Darlehen bis zu 25 000 oder 50 000 Euro senkt die KfW daher zum 1. Januar die Zinssätze je nach Programm auf 6,3 beziehungsweise 5,4 Prozent nominal. Damit reagiert die KfW auf den seit 2005 anhaltenden Trend zu weniger Neugründungen in Deutschland.
„Auch in diesem Jahr werden wieder weniger Menschen den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Schon im Jahr 2005 hatten sich nach einer Untersuchung der Bank mit knapp 1,4 Millionen Menschen etwa 40 000 weniger selbständig gemacht als im Jahr zuvor. Ein Grund hierfür seien die seit Anfang 2005 verschärften Zugangsbedingungen zu den Existenzförderprogrammen der Bundesagentur für Arbeit, vermutete Irsch.
Nach der Einschränkung bei der Gründung von Ich-AGs hätten sich vor allem weniger Arbeitslose selbständig gemacht. Rund 140 000 Gründer hätten zudem Probleme bei der Finanzierung gehabt. Die Zahl derer, die ihre Pläne für eine Neugründung aus diesem Grund aufgegeben haben, sei nur schwer zu schätzen, sagte Irsch. Dies zeige, wie wichtige es sei, die Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer offenzuhalten.
Immerhin wurden durch neue Unternehmen im Jahr 2005 mehr als eine Million Arbeitsplätze geschaffen. Im internationalen Vergleich sei die Bereitschaft zur Gründung eines Unternehmens trotz einer guten Förderstruktur unterentwickelt. Risikobereitschaft, Optimismus und eine positive Einstellung zum Unternehmertum seien hierzulande relativ schwach ausgeprägt.
„Eine nachhaltige Erhöhung des Gründergeschehens sollte deshalb die Förderung von Eigenschaften wie Selbständigkeit sowie Innovations- und Risikofreude in Erziehung und Ausbildung in Deutschland stärken“, meinte der KfW-Chefvolkswirt.
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