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Nachfolgeregelung bei kleinen Unternehmen

10.10.06
Die Nachfolgeregelung brennt vielen Kleinunternehmern unter den Nägeln. Ist es dafür an der Zeit, so wird die Übergabe der Geschäftsführung bei fast der Hälfte der kleinen Unternehmen familieninternen geregelt. Für einen reibungslosen Übergang leiten fast Dreiviertel der Betroffenen die rechtlichen Schritte zur Kompetenzübertragung frühzeitig ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Microsoft Deutschland GmbH beim Marktforschungsinstitut TechConsult in Auftrag gegebene Marktstudie, die kleine Unternehmen in Deutschland zu wirtschaftlicher Lage und Investitionsbereitschaft befragt. Das «Trendbarometer für kleine Unternehmen» zeigt zudem, dass die Sommerflaute im August Umsatzeinbußen bescherte. Die Ausgaben für Informationstechnologie und Telekommunikation sanken in diesem Monat ebenfalls. Für das Schlussquartal 2006 herrscht jedoch Optimismus - die Unternehmen erwarten wieder steigende Umsätze.

Die Zukunft eines jahrelang aufgebauten Kleinunternehmens hängt sehr stark von einer erfolgreichen Nachfolgeregelung ab. Aktuell spielt diese Frage für 30 Prozent der befragten Betriebe eine Rolle. Für 70 Prozent ist dies derzeit noch kein Thema, weil beispielsweise der Geschäftsführer noch zu jung ist, um bereits die Nachfolge zu planen oder weil es aus anderen Gründen in den kommenden Jahren keine Veränderung in der Unternehmensführung geben wird. Das Eintreten eines Notfalls wurde in den Fragen nicht berücksichtigt.

Nachfolger kommt häufig aus der eigenen Familie

Von den 30 Prozent der Unternehmer, die sich heute mit der Unternehmensnachfolge befassen, haben 71 Prozent vorsorglich die für eine Übergabe erforderlichen, rechtlichen Schritte eingeleitet. Dabei ziehen viele Kleinunternehmer für ihre Nachfolge ein geeignetes Familienmitglied in Betracht: 46 Prozent gaben an, dass das Unternehmen im Familienbesitz bleiben wird - der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dafür wurde frühzeitig familienintern ein entsprechender Nachfolger auserkoren und langfristig in das Unternehmen eingearbeitet, nach und nach werden die einzelnen Verantwortungsbereiche übertragen. In 17 Prozent der Unternehmen wird jemand außerhalb der Familie das Unternehmen weiterführen. 27 Prozent der Firmen haben die Nachfolge noch nicht geregelt. Hier ist noch unklar, wie die Weitergabe des Unternehmens erfolgen soll. Nur 12 Prozent der Unternehmer nehmen für die Suche eines geeigneten Nachfolgers die Hilfe eines externen Unternehmensberaters in Anspruch.

Wirtschaftlich-politische Rahmenbedingungen sind problematisch

Der Weg zu einer abgeschlossenen Unternehmensübergabe ist oft steinig: Das Hauptprobleme bei der Nachfolge ist für fast jeden zweiten Unternehmer das Einhalten der wirtschaftlich-politischen Rahmenbedingungen wie Steuerfragen oder Finanzierungsformen. Weil die Nachfolge bei einer familieninternen Übergabe oft reibungsloser und einfacher abläuft, bevorzugen viele Unternehmen diese Regelung. 27 Prozent der Unternehmer befürchten aber, dass innerhalb der Familie kein Interesse an einer Nachfolge besteht. Die Beurteilung des Übernahmeangebots sowie unterschiedliche Auffassungen zum Unternehmenswert sehen 25 Prozent als mögliches Hindernis bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Weitere zehn Prozent halten ihre eigene starke emotionale Bindung an das Unternehmen für problematisch.

Unternehmen rechnen nach der Sommerflaute mit Aufschwung

Wegen der Sommerflaute im August mussten die befragten Unternehmen im Vergleich zum Juli weitere Umsatzeinbußen hinnehmen. Der Lageindex sank im August um 6 auf 101 Punkte ab. Am erfolgreichsten waren im August noch die Finanzagenturen mit einem Umsatzindikator von 118 Punkten. Die Urlaubszeit ließ den Index im Handel auf 95 und in der Industrie auf 87 Punkte fallen.

Mit Blick auf den Herbst herrscht Optimismus bei den Kleinunternehmern: Sie erwarten Umsatzsteigerungen mit einem Index von 138 Punkten für das gesamte Quartal. Insbesondere der Handel glaubt, von sinkenden Temperaturen und steigender Kauflaune zu profitieren und weist einen Umsatzerwartungsindex von 151 Punkten aus.

ITK-Investitionen gehen erneut zurück

Der Indikator für die IT-/TK-Gesamtausgaben fiel im August erneut, dieses Mal um 3 auf 103 Punkte (Vormonat: -4 Punkte). Noch am kauffreudigsten zeigten sich die kleinen Handelsbetriebe. Hier sorgten interne IT-Projekte wie die Anschaffung neuer Telefonanlagen und PCs für steigende Ausgaben: Der Lageindex für die IT/TK-Gesamtinvestitionen erreichte hier einen Stand von 111 Punkten. In allen anderen Branchen pendelte sich der Lageindex um die 100 Punkte ein.

Insgesamt zeigt die Prognose auch für den Herbst keine Euphorie. Viele Unternehmen tätigten die Ausgaben über das Jahr verteilt, so dass der Erwartungsindex auch für das kommende Quartal bei 104 Punkten liegt. Eine Ausnahme bilden die kommunalen Versorgungsbetriebe, die in den nächsten drei Monaten verstärkt in IT investieren wollen.

Mit dem «Trendbarometer für kleine Unternehmen» erhebt das Marktforschungsinstitut TechConsult monatlich im Auftrag von Microsoft Indikatoren zur wirtschaftlichen Lage, zu realisierten und geplanten ITK-Investitionen und zu wirtschaftspolitischen Fragen. Dafür führt TechConsult Interviews mit 200 kleinen Unternehmen und Organisationen aus den Branchen Industrie, Dienstleistungen, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe, Energie- und Wasserversorgung sowie Telekommunikation.


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