04.09.06
In vier Mannheimer Filialen einer Schnellimbisskette, die in diesen Wochen groß mit 'Ich liebe es...' wirbt, ist Feuer unter dem Dach. Ein selbstständiger Kaufmann hatte am 1. Dezember 2005 als Franchise-Unternehmer im Auftrag von McDonald’s die Geschäfte übernommen, kurz danach kündigte er den langjährigen Geschäftsführern. Sie wurden zuerst auf schlechtere Positionen als Schichtführer versetzt, Bonuszahlungen wurden gestrichen und damit die Gehälter um rund 30 Prozent gekürzt. Dann erhielten alle vier bisherigen Chefs ein Kündigungsschreiben. Gestern befasste sich das Arbeitsgericht mit dem Vorgehen des Kaufmanns B., der auch noch in Hockenheim, Brühl und Speyer als 'Mr. Mc' aktiv ist.
Der Auftragnehmer von McDonald’s, übrigens auch Prüfer der Industrie- und Handelskammer, berichtete vor Gericht, man habe ihm die Mannheimer Lokale zusätzlich angeboten und gesagt er könne 'Mr. McDonalds in der Region werden'. Er habe gleich nach Übernahme der Restaurants keine Notwendigkeit mehr gesehen, die Restaurantleiter zu beschäftigen, stattdessen gebe es jetzt zwei 'Supervisoren' für alle seine Lokale.
Die Kündigungen, die Versetzungen und die Gehaltskürzungen sind Gegenstand mehrerer Verfahren vor dem Arbeitsgericht. Gestern verhandelte die Zweite Kammer je zwei Klagen von zwei ehemaligen Restaurantleitern gegen den Franchise-Unternehmer. Die Entscheidungen will das Gericht am 26. Oktober verkünden.(Rhein-Neckar-Zeitung)
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