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14.07.2006
Die Grafikdesignerin Juli Gudehus aus Berlin ist vom Wirtschaftsministerium für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert worden. Doch allein die Teilnahme hätte sie 210 Euro gekostet. Was Juli Gudehus daran und am übrigen Verfahren des Staatspreises stört, erzählte sie biz-AWARDS.
Juli Gudehus sagte: "Es gibt viele private Design-Wettbewerbe, die auch Geld für die Teilnahme verlangen. Aber dass der Staat sich mit seinem Designpreis genauso verhält, finde ich absolut nicht in Ordnung."
Denn das Problem für Nachwuchs-Designer ist laut Juli Gudehus, dass sie an der Teilnahme vieler Wettbewerbe nicht drumrum kommen: "Wer sich bekannt machen und ein bestimmtes Profil schärfen will, der muss an Designer-Wettbewerben teilnehmen – und dafür viel Geld bezahlen."
Ein Staatspreis sollte aber doch vor allem eine uneigennützige Förderung im Sinn haben. Doch das stellt die Berliner Grafikdesignerin in Frage.
Sie sagte: "Ich frage mich, wie diese hohen Kosten von rund einer halben Million Euro zustande kommen."
Denn jeder der rund 850 Teilnehmer vom letzten Jahr habe 210 Euro gezahlt, jeder der 25 Gewinner 2.900 Euro, was insgesamt eine Viertel Million Euro betrage.
Juli Gudehus sagte: "Und der Wettbewerb wird zur Hälfte vom Staat und zur anderen Hälfte von den Teilnehmern finanziert."
Wohin die Kosten fließen, kann sich Juli Gudehus nicht erklären, sie sagte: "Da gibt es eine Ausstellung, einen Katalog und die Jury. Fliegen die Juroren etwa alle 1. Klasse und speisen nur in Gourmet-Restaurants?"
Dabei würde sich Juli Gudehus über ein Lob von Seiten des Staates durchaus freuen. Sie sagte: "So wie beim Bundesverdienstkreuz, das fänd ich gut: nominiert werden, öffentliches Händeschütteln – und das war’s.
Und ich brauch auch nicht unbedingt einen Geldpreis. Jedenfalls wäre das besser, als selbst Geld zahlen zu müssen." www.biz-awards.de
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