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Mittwoch, 01.07.2009
Für sein Lebenswerk wurde in Berlin der Familienunternehmer Artur Fischer mit dem Deutschen Gründerpreis 2009 geehrt. Der Preis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland und wird jährlich von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche ausgelobt.
Die Jury des Deutschen Gründerpreises ehrt den Unternehmer „für eine herausragende unternehmerische Aufbauleistung und eine vorbildliche Unternehmenskultur. Aus einem kleinen Apparatebaubetrieb schuf er ein internationales Unternehmen, in dem sich die Mitarbeiter als Teil einer Familie begreifen. Für Fischer standen Innovationen immer im Mittelpunkt. Er gilt als einer der produktivsten Erfinder der Welt und hat bis heute mehr als 1.100 Erfindungen zum Patent bzw. Gebrauchsmuster angemeldet. Fischer setzt sich bis heute für die Förderung des Erfindertums ein, u. a. mit dem Artur-Fischer-Erfinderpreis.“
Aus einem Ein-Mann-Betrieb baute er nach dem Krieg einen Weltkonzern auf. Seinen berühmten S-Dübel erfand Fischer 1958, zahllose weitere Entwicklungen folgten. Die Patente wurden zur Basis des Unternehmens. 1980, bei der Übergabe an Sohn Klaus, hatte Fischer bereits 1.480 Mitarbeiter und machte etwa 81 Millionen Euro Umsatz. Das Erfolgsgeheimnis des Ingenieurs ist einfach: „Begeisterung“, sagt er. „Ich erlebe immer wieder die Freude eines Kindes, wenn etwas nach vielen Rückschlägen endlich gelingt.“ Diese kindliche Begeisterung und das Vertrauen in die eigenen Kräfte hat Artur Fischer seiner Mutter zu verdanken. „Meine Mutter hat nie gesagt, dass etwas nicht geht, sondern mir dabei geholfen, es selbst herauszufinden.“ Seinen Erfolg, so der Unternehmer bescheiden, verdanke er zu einem großen Teil seinen engagierten Mitarbeitern. „Man muss die Herzen der Menschen erreichen“, erklärt er. „Es macht einen großen Unterschied, ob jemand acht Stunden da ist oder ob jemand acht Stunden arbeitet.“ Ein gutes Betriebsklima und ein fairer Umgang miteinander waren ihm und später Sohn Klaus immer sehr wichtig.
Die Unternehmensgruppe Fischer, die heute rund 3.850 Mitarbeiter weltweit beschäftigt und einen Umsatz von 560 Millionen Euro erwirtschaftet, gilt bis heute als extrem innovativ: Mehr als 14 Patentanmeldungen pro 1000 Mitarbeiter jährlich sind bei Fischer Standard - der Durchschnittswert der deutschen Industrie dagegen liegt bei rund 0,6.
Mit dem achten Deutschen Gründerpreis zeichnen die Partner stern, Sparkassen, ZDF und Porsche in drei weiteren Kategorien herausragende Unternehmen aus.
In der Kategorie StartUp wird die True Fruits GmbH aus Bonn geehrt. Das Unternehmen produziert Smoothies - Getränke aus pürierten Früchten - in einem besonders schonenden Verfahren und vertreibt sie auf dem deutschen Markt. „Die True Fruits GmbH war der erste Anbieter von Smoothies in Deutschland und hat es aus ihrer Pionier-Position heraus geschafft, in einer traditionellen Branche innerhalb kürzester Zeit mit einer konsequenten Ausrichtung auf Premiumqualität und einem innovativen Marketingkonzept ein neues Produkt zu etablieren und eine Marke aufzubauen. Das Unternehmen verfolgt einen ganzheitlichen Qualitätsansatz, der von der Ernte und dem Transport der Früchte, über die schonende Verarbeitung bis zur Abfüllung in einer hochwertigen Glasflasche reicht und hat damit zahlreiche große Kunden gewinnen können“, so die Begründung der Jury. Die Patenschaft übernimmt Kuratoriumsmitglied Gerd Strehle.
Die Auszeichnung in der Kategorie Aufsteiger geht an die Nanion Technologies GmbH aus München. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet automatisierte, chip-basierte Messverfahren für Pharma- und Biotech-Unternehmen und ermöglicht damit eine schnellere medizinische Wirkstofftestung. Die Verfahren ermöglichen Kosteneinsparungen in der medizinischen Forschung. Die Jury des Deutschen Gründerpreises ehrt das Unternehmen, „weil es in gerade einmal fünf Jahren wissenschaftliche Forschungsergebnisse direkt in Produkte überführt hat und bereits nach zwei Jahren den Break-even erreicht hat. Dem bereits weltweit eingeführten Produkt sollen weitere folgen.“ Die Patenschaft übernimmt Kuratoriumsmitglied Dr. Jürgen Heraeus.
Zum dritten Mal wird ein Sonderpreis verliehen. Mit dem Preis wird in diesem Jahr die Teekampagne/ Projektwerkstatt GmbH mit Sitz in Potsdam geehrt. Das Unternehmen bietet eine Sorte Tee in Großpackungen zu günstigen Preisen an, ohne Zwischenhändler - entgegen den in der Branche üblichen Prinzipien. „Der Gründer des Unternehmens, Professor Günter Faltin, hat mit seiner Gründungsidee Strukturen in einem gesättigten Markt aufgebrochen und gezeigt, wie man durch radikales Infragestellen bestehender Konventionen erfolgreich sein kann. Ausgehend von seiner Vision, durch konsequente Vereinfachung Material und Wege zu sparen, bietet er ein hochwertiges Produkt sehr preisgünstig an und hat die Teekampagne zum größten Teeversandhaus in Deutschland entwickelt. Die Teekampagne ist ein Beispiel für den gelungenen Transfer von der Wissenschaft in die Praxis und zeigt, dass die Universität ein Labor für Gründungsideen sein kann“, fasst die Jury zusammen.“
In der Kategorie Schüler wird das Team Dentacare aus Geisenheim-Johannisberg (Hessen) für seine fiktive Geschäftsidee einer elektrischen Zahnbürste prämiert, die frühzeitig Erkrankungen an Zähnen und Zahnfleisch erkennen kann. In der Zahnbürste sind Sensoren versteckt, die den gesamten Mundraum scannen. Ein integriertes Display zeigt dem Verbraucher genau die Stellen im Mundraum an, die betroffen sind und liefert Tipps zum weiteren Vorgehen. Die fünf jungen Nachwuchsgründer setzen auf das heute ausgeprägte Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher. Die Menschen legen viel Wert auf einen gesunden Körper - also auch auf gesunde Zähne.
Die Preisträger und Nominierten in den Kategorien StartUp und Aufsteiger erhalten ein individuelles, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Coaching durch die Unternehmensberatung Porsche Consulting GmbH. Zudem übernehmen Kuratoriumsmitglieder des Deutschen Gründerpreises über einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für alle Nominierten und Preisträger in den Kategorien. Je nach Bedarf stellen die Paten erfolgsnotwendiges Know-how in allen betriebswirtschaftlichen Bereichen wie Finanzierung, Organisation, Marketing, Recht oder Personal und natürlich auch Kontakte zur Verfügung. Die Nominierten erhalten außerdem ein eintägiges Medientraining sowie Zugang zum Alumni-Netzwerk.
Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland. Ziel der Initiative ist es, ein positives Gründungsklima in Deutschland zu fördern und Mut zur Selbstständigkeit zu machen. Der Preis wird jährlich in den Kategorien Schüler, StartUp, Aufsteiger und Lebenswerk verliehen. Außergewöhnliche Unternehmerleistungen können mit einem Sonderpreis gewürdigt werden. Ausgelobt wird der Deutsche Gründerpreis von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche, die sich bereits seit 1997 für die Förderung des Unternehmertums und der Gründungskultur engagieren. Der Deutsche Gründerpreis wird durch ein hochkarätiges Kuratorium unterstützt, das Patenschaften für die Nominierten und Preisträger übernimmt. Förderer des Deutschen Gründerpreises sind die Bertelsmann AG, die Gruner + Jahr AG, die Süddeutsche Zeitung und die Versicherungen der Sparkassen. Kooperationspartner ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
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