Dienstag, 11.11.2008
Die GfK Gruppe erzielte trotz der weltweiten Finanzmarktkrise ein zufriedenstellendes Ergebnis im dritten Quartal 2008. Die erfreuliche Umsatzentwicklung des Konzerns zeugt von der höheren Krisenresistenz der Marktforschungsbranche. Das fokussierte Geschäftsmodell der GfK auf die drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media ermöglicht Wachstum bei gleichzeitiger Risikostreuung.
Mit einem organischen Umsatzwachstum von 7,2 Prozent übertraf die GfK deutlich den vergleichbaren Vorjahreszeitraum (Vorjahr: 5,5 Prozent) und setzte damit die gute Umsatzentwicklung aus dem ersten Halbjahr fort. Alle drei Sektoren trugen mit einem organischen Umsatzwachstum zu dieser Entwicklung bei. Währungseffekte verminderten das Umsatzwachstum um 3,9 Prozent. Akquisitionen steigerten den Umsatz um 2,7 Prozent. Kumuliert, nach Währungseffekten und Akquisitionen, erhöhte sich der Umsatz um 6,0 Prozent auf insgesamt 883,8 Millionen Euro. Das angepasste operative Ergebnis erreichte 104,3 Millionen Euro und damit einen Anstieg um 1,7 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Marge, das Verhältnis des angepassten operativen Ergebnisses zum Umsatz, betrug in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 11,8 Prozent und stieg damit im Vergleich zum Halbjahreswert von 11,3 Prozent weiter an.
Wie bereits in den vorangegangenen Quartalen steigerte der Sektor Retail and Technology seine Marge weiter. Der Sektor Media erzielte ein sehr erfreuliches organisches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich. Der Sektor Custom Research trug trotz ungünstiger Wechselkursentwicklungen positiv zum Umsatzwachstum bei. Regional verzeichnet die GfK in Zentral- und Osteuropa, Asien und Pazifik sowie Lateinamerika ein sehr starkes organisches Umsatzwachstum.
Ende Oktober waren bereits 95,3 Prozent des für das Jahr 2008 erwarteten Umsatzes der GfK Gruppe verbucht oder im Auftragsbestand enthalten. Das hohe Vorjahresniveau von 93,4 Prozent wurde erneut übertroffen. Damit hat sich die GfK Gruppe der weltweiten Finanzmarktkrise gegenwärtig erfolgreich widersetzen können.
Wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der GfK Gruppe
Im dritten Quartal des laufenden Jahres erhöhte die GfK Gruppe bei einem organischen Umsatzwachstum von 4,8 Prozent den Umsatz insgesamt um 5,0 Prozent auf 294,1 Millionen Euro. Das angepasste operative Ergebnis lag bei 37,5 Millionen Euro, und die Marge erreichte 12,7 Prozent.
Kumuliert erzielte die GfK Gruppe in den ersten neun Monaten ein starkes organisches Umsatzwachstum von 7,2 Prozent. Aus Akquisitionen resultierte eine Umsatzsteigerung von insgesamt 2,7 Prozent. Wechselkurseffekte, die sich größtenteils aus der Aufwertung des Euro im Vergleich zum US-Dollar ergaben, verminderten den Umsatz um 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte die GfK ihren UMSATZ insgesamt um 6,0 Prozent auf 883,8 Millionen Euro.
Der Einfluss von Währungskursänderungen auf den Konzernabschluss ist begrenzt, da die Wertschöpfung der GfK im Wesentlichen in der jeweiligen lokalen Währung, in der das Unternehmen auch seine Umsätze fakturiert, entsteht. Es handelt sich daher zumeist um Umrechnungseffekte aufgrund der in Euro ausgewiesenen konsolidierten Umsätze.
GfK Gruppe: Kennzahlen zur Entwicklung1)
In Millionen Euro
Q1 – Q3
2007
Q1 – Q3
2008
Veränderung
in %
Umsatz
833,9
883,8
6,0
Bruttoergebnis vom Umsatz
270,1
271,0
0,3
EBITDA
124,1
129,4
4,3
Angepasstes operatives Ergebnis
102,5
104,3
1,7
Marge in Prozent2)
12,3
11,8
Operatives Ergebnis
87,9
90,5
2,9
EBIT
90,3
92,8
2,8
Konzernergebnis
51,2
52,2
2,0
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
1,31
1,28
-2,3
1) Rundungsdifferenzen möglich
2) Angepasstes operatives Ergebnis zum Umsatz
Das ANGEPASSTE OPERATIVE ERGEBNIS (im Folgenden: Ergebnis) wuchs organisch um 2,9 Prozent. Akquisitionen erhöhten das Ergebnis um 1,9 Prozent, während Wechselkurseffekte es um 3,1 Prozent schmälerten. Insgesamt stieg das ausgewiesene Ergebnis um 1,7 Prozent auf 104,3 Millionen Euro. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 verbesserte sich die Marge von 11,3 auf 11,8 Prozent für die ersten neun Monate.
Für die konzernweite Steuerung des operativen Geschäfts verwendet das Management der GfK Gruppe wie seine Wettbewerber das angepasste operative Ergebnis. Die GfK ist überzeugt, dass die Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung anhand des angepassten operativen Ergebnisses die Interpretation des Geschäftsverlaufs der GfK Gruppe erleichtern und die Aussagefähigkeit im Vergleich zu den anderen großen Marktforschungsunternehmen erhöhen.
Das angepasste operative Ergebnis wird ermittelt, indem Aufwendungen und Erträge, die die Beurteilung der operativen Ertragskraft der Unternehmenssektoren und des Konzerns verzerren, aus dem operativen Ergebnis eliminiert werden. Insgesamt lagen diese als hervorgehobene Posten bezeichneten Ergebnisgrößen in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei minus 13,8 Millionen Euro (Vorjahr: minus 14,6 Millionen Euro).
Die einzelnen Positionen der hervorgehobenen Posten entwickelten sich wie folgt:
* In den ersten neun Monaten beliefen sich die KOSTEN IM ZUSAMMENHANG MIT UMSTRUKTURIERUNGEN UND UNTERNEHMENSTRANSAKTIONEN auf saldiert 0,3 Millionen Euro. Hierin sind 11,3 Millionen Euro enthalten, die im Zusammenhang mit dem ursprünglich geplanten Zusammenschluss unter Gleichen von GfK und Taylor Nelson Sofres (TNS) sowie für die Prüfung der Abgabe eines Angebots für TNS entstanden sind. Diese wurden durch den Erhalt der vertraglich vereinbarten Aufhebungszahlung (Break Fee) in Höhe von 10,6 Millionen Britischen Pfund (rund 13 Millionen Euro) von TNS kompensiert.
* ABSCHREIBUNGEN AUF AUFGEDECKTE STILLE RESERVEN AUS DER KAUFPREISALLOKATION (PPA) betrugen in den ersten neun Monaten 13,6 Millionen Euro. Außerplanmäßige Abschreibungen aus PPA werden für die Jahresberichterstattung regelmäßig zum Ende des Wirtschaftsjahres ermittelt.
* Die PERSONALAUFWENDUNGEN AUS AKTIENBASIERTEN VERGÜTUNGSSYSTEMEN UND LANGFRISTIGEN PRÄMIENSYSTEMEN beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro (Vorjahr: 1,4 Millionen Euro).
* Der Saldo aus SONSTIGEN BETRIEBLICHEN ERTRÄGEN und VERBLEIBENDEN SONSTIGEN BETRIEBLICHEN AUFWENDUNGEN betrug im Berichtszeitraum plus 1,6 Millionen Euro (Vorjahr: minus 1,7 Millionen Euro). In dem Saldo ist ein Ertrag in Höhe von 2,5 Millionen Euro aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem erzielten Vergleich zwischen der GfK und UBM enthalten.
Das EBITDA konnte in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 4,3 Prozent auf 129,4 Millionen Euro gesteigert werden (Vorjahr: 124,1 Millionen Euro).
Das operative Ergebnis erreichte 90,5 Millionen Euro. Es lag damit 2,9 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Das BETEILIGUNGSERGEBNIS betrug 2,3 Millionen Euro (Vorjahr: 2,4 Millionen Euro).
Das EBIT in Höhe von 92,8 Millionen Euro lag um 2,8 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.
Der Saldo aus SONSTIGEN FINANZERTRÄGEN und SONSTIGEN FINANZAUFWENDUNGEN verbesserte sich um 12,0 Prozent auf minus 15,7 Millionen Euro (Vorjahr: minus 17,9 Millionen Euro).
Die STEUERQUOTE betrug 32,2 Prozent und lag damit über dem Vorjahresniveau (29,3 Prozent).
Das KONZERNERGEBNIS in Höhe von 52,2 Millionen Euro übertraf mit 2,0 Prozent das vergleichbare Vorjahresergebnis.
Das unverwässerte wie auch das verwässerte ERGEBNIS JE AKTIE lag nach neun Monaten bei 1,28 Euro. Die Gesamtzahl der im Umlauf befindlichen Aktien des GfK-Konzerns betrug zum Ende des Berichtszeitraums unverändert 35.897.682 Aktien.
Entwicklung der Sektoren
Zu der erfreulichen Umsatzentwicklung der GfK Gruppe in den ersten drei Quartalen 2008 haben alle Sektoren beitragen.
In den ersten neun Monaten 2008 erwirtschaftete CUSTOM RESEARCH ein organisches Umsatzwachstum von 4,2 Prozent. Der Umsatz insgesamt wuchs in dem Zeitraum um 2,5 Prozent auf 566,1 Millionen Euro. Akquisitionen erhöhten den Umsatz um 3,0 Prozent. Währungseffekte verminderten den Umsatz um 4,7 Prozent. Das Ergebnis des Sektors lag bei 32,2 Millionen Euro (Vorjahr: 39,5 Millionen Euro) und die Marge betrug 5,7 Prozent. Custom Research konnte sein Auftragsbuch in den ersten zehn Monaten 2008 erfolgreich füllen. Ende Oktober waren knapp 94 Prozent des zu erwartenden Jahresumsatzes im Auftragsbestand enthalten. Zur Verbesserung der Wettbewerbsposition und der Neugewinnung von Kunden wurden in einzelnen Regionen (zum Beispiel Asien und Pazifik) Margenzugeständnisse gemacht. Im vierten Quartal werden wie in den Vorjahren viele Aufträge abgeschlossen und damit umsatz- und ergebniswirksam.
Die HealthCare-Unternehmen im Sektor Custom Research zeigten regional einen unterschiedlichen, insgesamt aber einen nicht zufriedenstellenden Geschäftsverlauf. In Deutschland, Westeuropa/Mittlerer Osten/Afrika sowie in Zentral- und Osteuropa konnten erfreuliche Wachstumsraten generiert werden, während sich der Umsatz und das Ergebnis der US-amerikanischen und britischen Geschäftseinheiten nach wie vor verhaltener entwickelte. Die US-amerikanische Pharmaindustrie kämpft mit Umsatzeinbrüchen bedingt durch Generika, mit der nur mühsamen Freigabe neuer, patentierter Produkte sowie mit zahlreichen Überprüfungen unter politischen als auch regulatorischen Aspekten. Umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen der betroffenen HealthCare-Geschäftseinheiten sollen dieser Entwicklung entgegensteuern. Die Maßnahmen werden bis Anfang des Jahres 2009 umgesetzt und sollen zu signifikanten Kosteneinsparungen führen.
Im Berichtszeitraum konnte der Sektor RETAIL AND TECHNOLOGY seine Geschäftsentwicklung erfolgreich fortsetzen. Der Sektor erzielte mit einem organischen Umsatzwachstum von 14,1 Prozent die höchste organische Wachstumsquote aller Sektoren. Akquisitionen erhöhten den Umsatz um 3,3 Prozent, während Währungseffekte den Umsatz um 1,5 Prozent schmälerten. Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen insgesamt um 15,9 Prozent auf 219,1 Millionen Euro. Die dynamische Umsatzentwicklung kann auf die systematische Ausweitung des Dienstleistungsangebots, die hohe Kundenzufriedenheit sowie auf die steigende Angebotsfrequenz von Berichten zurückgeführt werden. In den ersten neun Monaten konnte der Sektor das Geschäftsvolumen insbesondere mit seinen Top-Kunden kontinuierlich erhöhen. Darüber hinaus verlief die Geschäftstätigkeit von Retail and Technology in den Emerging Markets überaus erfolgreich. Vor diesem Hintergrund generierte Retail and Technology rund die Hälfte des Umsatzwachstums in diesen Regionen. Der Sektor steigerte sein Ergebnis überproportional um 20,8 Prozent auf 55,7 Millionen Euro. Mit einer Marge von 25,4 Prozent erzielte Retail and Technology wiederum die höchste Marge aller Sektoren. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (24,4 Prozent) konnte die Marge nochmals verbessert werden.
Im Berichtszeitraum erzielte der Sektor MEDIA ein starkes organisches Umsatzwachstum von 11,7 Prozent (Vorjahr: 9,9 Prozent). Neue Verträge und Vertragsverlängerungen im Bereich der Mediennutzung in den Regionen Westeuropa/Mittlerer Osten/Afrika sowie in Zentral- und Osteuropa trugen zur Umsatzsteigerung bei. Besonders erfreulich entwickelte sich die Region Zentral- und Osteuropa, in der die beiden Fernsehforschungsaufträge in Rumänien und der Ukraine in diesem Jahr umsatzwirksam wurden. Im dritten Quartal 2008 konnten die nordamerikanischen Geschäftseinheiten insbesondere mit neuen Produkten zusätzliche Marktanteile gewinnen. Der Umsatz erhöhte sich insgesamt um 7,1 Prozent auf 95,8 Millionen Euro. Wechselkurseffekte reduzierten den Umsatz um 4,6 Prozent. Der Sektor konnte das Ergebnis trotz negativer Währungskurseffekte in Höhe von 6,3 Prozent um 7,7 Prozent auf 19,5 Millionen Euro steigern. Organisch wuchs das Ergebnis um sehr erfreuliche 14,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (20,3 Prozent) verbesserte der Sektor die Marge geringfügig auf 20,4 Prozent.
SONSTIGE: Ergänzt werden die Sektoren um den Bereich Sonstige, in dem insbesondere zentrale Dienstleistungen der GfK für ihre Tochterunternehmen sowie sonstige marktforschungsfremde Leistungen zusammengefasst werden. Der Bereich beinhaltet im Wesentlichen Teile der IHA-GfK, die GfK Data Services, die GfK Methoden- und Produktentwicklung sowie Abteilungen der GfK Group Services.
Der Bereich Sonstige erzielte in den ersten drei Quartalen 2008 einen Umsatz von 2,8 Millionen Euro (Vorjahr: 3,0 Millionen Euro). Die Ergebnisunterdeckung in diesem Bereich beträgt 3,2 Millionen Euro.
Entwicklung der Regionen
Die GfK Gruppe gliedert ihre globalen Aktivitäten in die Regionen Deutschland, Westeuropa/Mittlerer Osten/Afrika, Zentral- und Osteuropa, Nordamerika, Lateinamerika sowie Asien und Pazifik.
In den ersten drei Quartalen 2008 konnte die GfK Gruppe insbesondere in den Wachstumsregionen Zentral- und Osteuropa, Asien und Pazifik sowie in Lateinamerika ihre Marktpositionen weiter ausbauen und eine überaus dynamische Geschäftsentwicklung erzielen.
In DEUTSCHLAND generierte die GfK im Berichtszeitraum einen Umsatz von 233,2 Millionen Euro (Vorjahr: 208,9 Millionen Euro). Gemessen am Umsatz ist Deutschland die zweitgrößte Region. Das organische Umsatzwachstum stieg gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 7,1 Prozent auf erfreuliche 11,6 Prozent. Das starke Umsatzwachstum kann insbesondere auf die herausragende Geschäftsentwicklung im Sektor Retail and Technology zurückgeführt werden. Viele internationale Aufträge des Sektors werden über Deutschland, den Hauptsitz der GfK, koordiniert und abgewickelt.
Den höchsten Umsatzbeitrag erwirtschaftet die GfK in der Region WESTEUROPA/MITTLERER OSTEN/ AFRIKA. In den ersten neun Monaten erhöhte sich das organische Umsatzwachstum der Region auf 5,3 Prozent nach 3,4 Prozent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aus Akquisitionen resultierte ein Umsatzwachstum von 1,9 Prozent. In der Region verbesserte die GfK ihre Marktposition unter anderem durch die Anteilserhöhungen an der britischen Chart-Track. Wechselkurseffekte verminderten den Umsatz um 4,1 Prozent. Insgesamt stieg der Umsatz um 3,1 Prozent auf 353,4 Millionen Euro.
In den ersten drei Quartalen erzielte die GfK in ZENTRAL- UND OSTEUROPA einen Umsatz von 63,6 Millionen Euro (Vorjahr: 50,9 Millionen Euro). Dies entspricht einem Umsatzwachstum von insgesamt 24,8 Prozent. Organisch wuchs der Umsatz um sehr dynamische 18,1 Prozent (Vorjahr: 12,9 Prozent). Akquisitionen erhöhten das Wachstum zusätzlich um 4,3 Prozent und positive Wechselkurseffekte trugen 2,4 Prozentpunkte zum Wachstum bei.
Die GfK-Unternehmen in NORDAMERIKA erwirtschafteten im Berichtszeitraum einen Umsatz von 156,5 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2008 verlor der bisher starke Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert, was zu einer Reduzierung der negativen Wechselkurseffekte führte. In den ersten neun Monaten 2008 verminderten Wechselkurseffekte den Umsatz um 10,9 Prozent (Halbjahr 2008: 13,0 Prozent). Trotz der Finanzmarktkrise ging der Umsatz in Nordamerika organisch nur geringfügig um 0,9 Prozent zurück. Die Akquisition der US-amerikanischen Arbor Strategy Group (ASG), die seitdem als GfK Strategic Innovation firmiert, trug insgesamt mit 0,3 Prozent zum Umsatzwachstum bei.
Der Umsatz in der Region LATEINAMERIKA stieg um 28,8 Prozent auf 23,7 Millionen Euro. Das organische Umsatzwachstum lag bei sehr erfreulichen 21,1 Prozent. Damit erzielte die GfK im Berichtszeitraum die höchste organische Wachstumsquote aller Regionen in Lateinamerika. Akquisitionen erhöhten den Umsatz um 7,9 Prozent. Währungseffekte minderten den Umsatz geringfügig um 0,2 Prozent.
Die Region ASIEN UND PAZIFIK setzte ihre dynamische Entwicklung in den ersten neun Monaten 2008 fort. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte die Region ihren Umsatz um 47,6 Prozent auf 53,4 Millionen Euro. Aus organischem Umsatzwachstum resultierten 17,3 Prozent. Akquisitionen steigerten den Umsatz um 32,8 Prozent, während Wechselkurseffekte den Umsatz um 2,5 Prozent schmälerten.
Ausblick
Experten erwarten, dass sich das konjunkturelle Umfeld im Zuge der Finanzmarktkrise weltweit weiter abschwächen wird. Voraussichtlich kann sich die Marktforschungsbranche diesen ungünstigen Rahmenbedingungen nicht vollständig entziehen. Jedoch erwartet die GfK Gruppe auf Grundlage ihrer globalen Präsenz und ihres breit diversifizierten Unternehmensportfolios, die dem Konzern insgesamt eine höhere Resistenz gegen zyklische Branchenentwicklungen verleihen, unverändert eine dynamische Umsatzentwicklung für das Gesamtjahr 2008.
Darüber hinaus gewährleisten die ausgezeichneten Marktpositionen der GfK-Unternehmen in den Wachstumsmärkten eine Abfederung der erwarteten wirtschaftlichen Eintrübung in den etablierten Kernregionen Nordamerika und Westeuropa/Mittlerer Osten/Afrika. Die Gesellschaft wird ihre Position als eines der führenden internationalen Marktforschungsunternehmen auch in Zukunft weiter ausbauen und insbesondere in der aktuellen Finanzmarktkrise die sich bietenden Chancen nutzen. Attraktive Akquisitionsmöglichkeiten, die einen Ausbau der bestehenden Service- und Produktpalette und der bestehenden Marktpositionen ermöglichen, werden kontinuierlich geprüft und wahrgenommen. Organisches Wachstum in Kombination mit gezielten Akquisitionen sind Teil der 5-Star-Initiative, die die GfK nachhaltig verfolgen wird.
Die GfK Gruppe setzt sich kontinuierlich mit den Herausforderungen auf den Marktforschungsmärkten und der Entwicklung neuer Geschäftsansätze rund um das Service- und Produktportfolio auseinander. Die Kernkompetenz einer faktenbasierten Beratung und Dienstleistung positioniert die GfK in einem veränderten Wettbewerbsumfeld flexibel und ausgewogen. Das auf lokale Anforderungen zugeschnittene Service- und Produktportfolio profitiert von seiner methodischen Breite sowie der permanenten Forschung und Weiterentwicklung der Instrumente.
Zusätzliche mikroökonomische Analysen, die die Reaktion und das Verhalten der Konsumenten auf die Finanzmarktkrise im Detail beleuchten und erklären, werden der GfK Gruppe helfen, die aufkommenden Risiken des Markts in Chancen umzuwandeln und somit weitere Marktanteilsgewinne zu erzielen. Die Auftragsbücher der GfK Gruppe sind per Ende Oktober gut gefüllt. Das bereits herausragende Vorjahresniveau von 93,4 Prozent konnte um knapp 2,0 Prozentpunkte erneut deutlich übertroffen werden. Ende Oktober 2008 waren bereits 95,3 Prozent des für das Jahr 2008 erwarteten Umsatzes der GfK Gruppe verbucht oder im Auftragsbestand enthalten.
Das vierte Quartal eines jeden Geschäftsjahres ist traditionell das sowohl umsatz- als auch margenstärkste Quartal der GfK Gruppe. Unter der Annahme eines ebenso erfolgreichen Abschlussquartals des Jahres 2008 wie im Vorjahr bestätigt die GfK die im Halbjahresbericht 2008 angehobenen Ziele.
Die GfK Gruppe erwartet ein organisches Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2008 von mehr als 6,0 Prozent. Die Marge der GfK Gruppe soll über 13,0 Prozent liegen. Auswirkungen von Wechselkurseffekten sind hierbei nicht berücksichtigt.
Voraussichtliche Finanztermine
26. Februar 2009 Vorläufiges Ergebnis 20081)
31. März 2009 Bilanzpressekonferenz sowie Analystenkonferenz
14. Mai 2009 Quartalsbericht zum 31. März1)
20. Mai 2009 Hauptversammlung, Fürth
13. August 2009 Halbjahresbericht zum 30. Juni1)
11. November 2009 Neunmonatsbericht zum 30. September1)
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