Organisation: Unternehmensform
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Dossier: Auf die Form Unternehmens kommt es an
Wer sich selbständig machen will, dem stellt sich die Frage: Welche Gesellschaftsform soll meine Firma haben? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit ein paar Überlegungen die richtige Entscheidung für sich und Ihre unternehmerische Zukunft treffen.
Auf den ersten Blick ist die Auswahl groß. Von dem Einzelunternehmer über die KG, bis hin zur GmbH & Co. KG. Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Die optimale Rechtsform für ein Unternehmen gibt es nicht. Doch lassen Sie sich nicht entmutigen, Hilfe ist da. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und beantworten Sie folgende sieben Fragen. Vergleichen Sie dann Ihre Antworten mit den Beschreibungen der unterschiedlichen Rechtsformen und
1. Gründen Sie Ihr Unternehmen mit einem Partner oder wollen Sie es alleine betreiben?
2. Werden Sie die Geschäftsführung selbst übernehmen?
3. Wollen Sie bei Ihren Entscheidungen vollkommen unabhängig sein?
4. Wer haftet, wenn das Unternehmen scheitert?
5. Können Sie Eigenkapital aufbringen oder benötigen Sie fast ausschließlich Fremdkapital?
6. Besteht die Pflicht, die Jahresabschlüsse des Unternehmens von externen Fachleuten prüfen zu lassen und zu publizieren?
7. Wie hoch sind die Kosten?
Faustformel
• Sind Risiko und Gewinnerwartung niedrig:
Einzelfirma oder OHG
• Risiko und Gewinnerwartung hoch:
GmbH & Co. KG
• Ist das Vermögen der Gesellschaft klein:
GmbH
• Vermögen der Gesellschaft groß:
Einzelfirma, OHG oder eine Mischform
Einzelunternehmen
Einfachste Art ein Unternehmen zu gründen: Eröffnen Sie ein Geschäft und schon sind Sie Einzelunternehmer.
Vorteil
Sie sind Ihr eigener Herr, niemand macht Ihnen Vorschriften. Zudem benötigen Sie auch kein Stammkapital.
Nachteil
Haftung mit gesamten Privatvermögen.
Tipp
Ideal für den Kleinunternehmer und Freiberufler in der Startphase.
Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
Sobald Sie sich mit einem oder mehreren Partnern zusammentun, sind Sie automatisch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Alle Partner sind gleichberechtigt.
Vorteil
Stammkapital ist notwendig.
Nachteil
Alle Partner haften mit ihrem Privatvermögen. Baut Ihr Partner Mist, müssen Sie im Zweifelsfall zahlen und zwar die gesamte Schuld.
Tipp
Ideal für Freiberufler, die sich zusammentun wollen.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Sie schließen sich mit einem oder mehreren Gesellschaftern zusammen und bestimmen einen Geschäftsführer, der das Sagen hat. Mindestens 50.000 Mark benötigen Sie für die Einlage.
Vorteil
Alle Gesellschafter haften Geschäftspartnern gegenüber nur mit der Höhe der Einlage, nicht mit dem Privatvermögen. Interessante Steuertricks möglich.
Nachteil
Gründungsprozedere ist ziemlich aufwendig. Bei der Kreditvergabe verlangen Banken in der Regel auch private Sicherheiten, sobald das Volumen über 50.000 Mark hinausgeht.
Tipp
Sie können auch eine Ein-Mann-GmbH gründen, dann sind Sie Chef im eigenen Haus und quasi bei sich selbst als Geschäftsführer angestellt.
Offenen Handelsgesellschaft (OHG)
Vollkaufmännisches Handelsgewerbe von mehreren Personen in einer gemeinschaftlichen Firma.
Vorteil
Genießt ein sehr hohes Ansehen bei Kreditinstituten und Banken, da Mitglieder mit ihrem gesamten Vermögen haften.
Nachteil
Eine gewisse Größenordnung wird vorausgesetzt.
Tipp
Für Existenzgründer eher ungeeignet.
Partnergesellschaft (PG)
Spezielle Rechtsform für Freiberufler. Ähnelt der OHG.
Vorteil
Kein Mindestkapital notwendig. Sowohl geringer Aufwand bei der eihgnetlichen Gründung als auch bei der Buchhaltung.
Nachteil
Jeder Partner haftet mit seinem Privatvermögen.
Tipp
Können das Haftungsrisiko minimieren, indem sie vertraglich regeln, dass nur der Partner haftet, der die Entscheidung traf, die zum Verlust führte.
Kommanditgesellschaft (KG)
Mittelding zwischen OHG und GmbH. Besteht aus zwei unterschiedlichen haftenden Gesellschaftsgruppen: den Komplementären und Kommandisten.
Vorteil
Komplementär: Alleiniges Entscheidungsrecht.
Kommandisten: Halten sich im großen und ganzen aus der Geschäftsführung heraus.
Nachteil
Komplementär: Haftete mit Privatvermögen.
Kommandisten: Kapitalgeber.
Tipp
Eignet sich besonders gut, wenn Sie fremdes Kapital in Ihre Firma einbringen wollen, z.B. wenn Ihnen Angehörige unter die Arme greifen wollen.
GmbH & Co KG
Eine Kommanditgesellschaft , bei der der Komplementär einen GmbH ist.
Vorteil
Großer Entscheidungsfreiraum bei gleichzeitiger Minimierung des persönlichen Haftungsrisikos.
Nachteil
Gesellschafter der GmbH sind meistens Kommandisten der KG.
Tipp
Ideal, wenn Sie eine KG führen möchten, aber nicht das hohe Haftungsrisiko eingehen wollen.